Erfassung und Qualität
Qualitätsnachweise, die beim Audit auffindbar sind.
Dokumentation für die Futtermittelkette nach GMP+ und Q35 — dort erfasst, wo die Arbeit stattfindet, statt nachträglich aus Ordnern zusammengesucht.
Was dokumentiert werden muss
Qualitätsnachweise in der Futtermittelkette sollen belegen, dass ein Produkt sauber, korrekt behandelt und rückverfolgbar beim Kunden ankommt. Für einen Landhandel heißt das konkret:
- Produkt und Charge je Lieferung
- Transport: Fahrzeug, Vorfracht und die daraus nötige Reinigung
- Reinigung vor dem Laden — Sichtkontrolle, Trocken- oder Nassreinigung
- Befunde und Freigaben
- Lückenlos und über Jahre wiederauffindbar
Die Vorfracht entscheidet, wie gereinigt werden muss
Der heikelste Punkt beim Futtermitteltransport ist das, was vorher auf dem Fahrzeug war. Ein Laderaum, in dem zuletzt Dünger lag, darf nicht ohne Weiteres Mischfutter aufnehmen. Welche Vorfracht überhaupt zulässig ist und was danach zu tun ist, entscheidet nicht der Fahrer und nicht das Bauchgefühl, sondern eine Datenbank.
Die IDTF — International Database Transport Feed — führt die Produkte und ordnet jedem ein Reinigungsverfahren zu. Für Straße und Schiene gilt: Als Vorfracht zugelassen ist nur, was dort mit einem der Verfahren A bis D steht. Was nicht eingestuft oder als verboten geführt ist, gilt als verbotene Ladung — danach muss der Laderaum erst wieder freigegeben werden, bevor Futtermittel hinein dürfen.
- A
- Trockenreinigung — saugen, ausblasen oder fegen, schwer zugängliche Stellen von Hand
- B
- Reinigung mit Wasser — vorspülen, von Hand nacharbeiten, Hochdruckreiniger, trocknen
- C
- Wasser mit lebensmittelechtem Reinigungsmittel, etwa nach Protein- oder Fettladungen
- D
- Desinfektion im Anschluss an A, B oder C
Diese Verfahren sind das Minimum. Ist der Laderaum danach nicht sauber, wird weitergereinigt. Und auf Verlangen vorzulegen sind nicht nur der aktuelle Fahrtennachweis, sondern die letzten drei Vorfrachten samt der jeweiligen Reinigung, mit Datum und Unterschrift. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob ein Audit glatt läuft.
Warum Ordner und Excel hier an die Grenze kommen
- Nachweise entstehen an verschiedenen Stellen — Waage, Fahrzeug, Büro
- Charge, Transport, Reinigung und Befund liegen getrennt voneinander
- Die Verknüpfung existiert nur im Kopf — oder gar nicht
- Im Audit zählen Minuten: Was nicht sofort auffindbar ist, gilt als nicht vorhanden
Wie das Modul arbeitet
Erfassung im Tagesgeschäft
Die Daten entstehen dort, wo gearbeitet wird: am Fahrzeug. Beim Laden arbeitet der Fahrer die QM-Checkliste (Q35) direkt auf dem Tablet ab — Sichtkontrolle, Reinigung, Produktfreigabe. Das ist kein zusätzlicher Arbeitsgang, sondern Teil derselben Rückmeldung, mit der die Lieferung ohnehin erfasst wird.
Jeder Artikel kennt seine IDTF-Einstufung
Damit der Fahrer nicht nachschlagen muss, hängt die IDTF-Nummer am Artikel — hinterlegt für den gesamten Artikelstamm, nicht nur für die Handvoll Produkte, an die man beim Einrichten gedacht hat. Was geladen wird, bringt seine Einstufung also mit, und die Reinigung wird zur Vorfracht erfasst statt im Nachhinein rekonstruiert.
Verknüpfung zum Vorgang
Der eigentliche Wert liegt nicht in den Einzeldaten, sondern in ihrer Verbindung: Charge, Transport, Reinigung und Befund hängen an einem gemeinsamen Vorgang und bleiben zusammen auffindbar.
Nachweise als PDF
Aus den erfassten Daten entstehen die Dokumente auf Knopfdruck: der Q35-Nachweis und der Vorfrachten-Nachweis je Tour, als PDF. Abgelegt und auffindbar nach Datum, Fahrzeug, Charge oder Kunde — auch nach Jahren, statt am Jahresende aus Ordnern zusammengesucht.

Im Audit
Der Prüfer nennt eine Lieferung oder eine Charge. Statt den passenden Ordner zu suchen, wird der Vorgang aufgerufen — und daran hängen Transport, Reinigung und Befund, als PDF sofort vorzeigbar. Aus „das suchen wir später raus“ wird eine Sache von Minuten.
Die unangenehme Frage ist meist dieselbe: Was lag vor dieser Ladung auf dem Fahrzeug, und was ist danach passiert? Drei Vorfrachten zurück, für ein beliebiges Fahrzeug an einem beliebigen Tag. Wer das aus Papierprotokollen zusammensuchen muss, verliert einen Vormittag — und findet im Zweifel eine Lücke, die sich nachträglich nicht mehr schließen lässt. Deshalb steht die Reihenfolge je Fahrzeug im System und nicht in einem Ordner.
Abgrenzung
Das Modul dokumentiert und macht Nachweise auffindbar — mehr nicht. Es zertifiziert nicht, ersetzt keine QM-Beratung und kein Audit. Die fachliche Beurteilung, was erfasst werden muss und wie, bleibt beim Betrieb und seinem QM-Verantwortlichen. Das Werkzeug sorgt dafür, dass das Erfasste zusammenhängt und wiederzufinden ist.
Auch die IDTF-Einstufungen kommen nicht aus der Anwendung, sondern aus der Datenbank von GMP+ International, die sich ändert. Die Zuordnung zum Artikelstamm gehört gepflegt wie jede andere Stammdatenpflege auch — die Anwendung macht sie sichtbar und abfragbar, hält sie aber nicht von allein aktuell.
Nächster Schritt
Schildern Sie mir Ihren Ablauf.
Zehn Minuten am Telefon genügen für eine ehrliche Einschätzung, ob sich der Aufwand bei Ihnen lohnt.
Oder lieber schreiben? mail@laude.dev